Prof. Dr. Dr. med. Enrico Edinger: Inzidenzen, Neuinfektionen, zweite Welle …

Informationen zum PCR Test

Erfunden hat den Test ein US-Amerikanischer Biochemiker namens Kary B. Mullis. Dafür wurde er, zusammen mit seinem Kollegen und Mitentwickler Michael Smith im Jahr 1993 den Chemie-Nobelpreis. Das Kürzel PCR steht für „Polymerase Kettenreaktion“ (Polymerase Chain Reaction). Diese Methode ist sehr wertvoll und eine der Wichtigsten in der modernen Molekularbiologie. Doch diese PCR-Methode war nie zur Feststellung einer Infektion oder Ausschluss derselben gedacht gewesen und kann es auch nicht wirklich. Das haben seine Erfinder auch immer wieder betont.

Was macht ein PCR-Test?

Der Fachausdruck für den Test heißt: „CDC 2019-nCoV Real-Time RT-PCR Diagnostic Panel“. Das müssen Sie sich aber nicht merken.

Vereinfacht ausgedrückt, spürt ein PCR-Test größere oder kleinere Teile oder Fetzen einer DNA oder RNA – auf die der Test reagieren soll – in einer Probe vom Getesteten auf, meist per Schleimhautabstrich. Die DNA/DNS (Desoxyribonukleinsäure) ist die berühmte, verdrillte Strickleiter aus Basenpaaren organischer Moleküle, die Watson und Crick entdeckt haben.

Trennt man eine DNA-Spirale längs in der Mitte durch, hat man eine halbe Strickleiter mit halben „Sprossen“, die RNA (Ribonukleinsäure). Viren vermehren sich im Prinzip, indem sie im Körper des Menschen aus der Umgebung diejenigen Moleküle benutzen, die an ihre RNA dran passen, um eine ganze DNA zu komplettieren, die sich dann wieder in zwei RNAs teilt, welche wieder die Gegenstücke zusammensuchen, um sich erneut zu teilen und so weiter. So ergänzt sich die 1 RNA> zur 1 DNA> die teilt sich zu 2 x RNA > ergänzt sich zu 2 x DNA > geteilt zu 4 x RNA und so weiter und so fort … So kopiert sich die Geninformation der Virus-RNA also immer selbst und erzeugt nach einer Weile enorme Mengen Virus RNA/DNA.

Der Körper reagiert mit seiner Immunabwehr auf diese Invasion und zerstört diese DNA/RNA-Stränge. Er wirft erst die Antikörper als erste Einsatzkräfte an die Front. Dann kommen die T- und B-Zellen, Immun-Archive, die den Eindringling erkennen und sofort in großer Zahl attackieren. Das Abwehrsystem entwickelt Fieber, denn die Erreger reagieren empfindlich auf zu hohe Temperaturen. Die Krankheitssymptome sind die Anzeichen eines sich heftig wehrenden Körpers.

Vermehrt sich die fremde Viren-RNA in einem geschwächten oder sehr alten Menschen mit wenig Kraftreserven jedoch zu schnell und heftig, schafft das Immunabwehrsystem das nicht mehr. Dann kann derjenige im schlimmsten Fall an dem erbitterten Krieg in seinem Körper sterben.

Diese Verdoppelung und Teilung des Erregers wird mit einem PCR-Test statt im Körper auf etwas ähnlichem, wie einer Nährlösung quasi nachgestellt, dem so genannten „Primer“. Das macht man, weil die winzigen RNA-Stückchen des Virus in der Originalprobe vom Menschen kaum aufzufinden sind. Also wird die gesuchte RNA mit einem Primer, der genau die zur Vermehrung benötigten Gegenmoleküle liefert, sehr oft vervielfältigt.

Der PCR-Test benutzt diese Vermehrung der Viren-DNA (es ist ein bisschen komplizierter, der Test wendet eine komplementäre RNA an, die aber nur die spiegelverkehrte Vorlage ist, aber das ist jetzt hier egal), und hängt ein fluoreszierendes, also leuchtendes Molekül als Signalgeber mit dran, damit man in der Probe des Patienten diese Kopien der Virus-RNA/DNA finden kann. Das Signalmolekül leuchtet in einer ganz bestimmte Lichtwellenlänge, die ein Detektor identifizieren kann. Je stärker dieses Licht der fluoreszierenden Moleküle leuchtet, die ja mit vervielfacht und kopiert werden, desto mehr dieser Viren-DNA ist drin und das kann man messen.

Man stellt also ständig neue Kopien der Virus-DNA her. Immer, wenn wieder ein „Kopierzyklus“ fertig ist, entstehen entsprechend mehr leuchtende Kopien. Nun könnte man ja definieren, dass ab – sagen wir einer Million leuchtender Kopien – wir von einer ausreichenden Viruslast ausgehen können, die man als „Infektion“ bezeichnen kann. Das wäre aber nur dann wirklich eine echte Diagnose, wenn man gleichzeitig auch definiert, wie oft man sich diese Virus-RNA vervielfältigen lässt.

Mehr Informationen: hier

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