Zwölf Raunächte, geweihte Nächte, Weihnacht(en)

Die Zeit der Rauhnächte gewährt uns einen besonders schnellen Zugang zu höheren geistigen Ebenen, es fällt uns leichter denn je, uns für eine spirituelle Sichtweise der Dinge zu öffnen. Je offener du dich deinen Fragen stellst, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du eine kosmische Antwort erhalten wirst. Die Raunächte haben ihren Ursprung in der germanischen Zeitrechnung. Die Germanen kannten das Mond- und das Sonnenjahr, wobei sie in Mondzyklen von ca. 29,5 Tagen rechneten. Da das Sonnenjahr aber 365 Tage hat, besteht eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten. Diese 12 Nächte sind die 12 Weihnächte oder Rauhnächte, von denen jede einem Mondzyklus entspricht. Die Träume in den zwölf Nächten sollen sich in den jeweils entsprechenden Monaten des zukünftigen Jahres verwirklichen.

Die Träume der ersten sechs Nächte sollen sich auf Zukünftiges beziehen

Heilig Abend von 24.00 Uhr bis 25. Dezember 24.00 Uhr ist die erste Rauhnacht, die letzte Rauhnacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar. Also die Nacht von Heilig Abend auf 25. Dezember entspricht Januar, die Nacht von 25. auf 26. entspricht Februar etc. Träumt man vor Mitternacht, dann geht der Traum in der ersten Hälfte des Monats in Erfüllung, Träume nach Mitternacht bewahrheiten sich am Ende des Monats. Manche sagen, die Träume der ersten sechs Nächte beziehen sich auf Vergangenes, die Träume in den sechs Nächten der zweiten Hälfte beziehen sich auf Zukünftiges. Beobachte dich beim Einschlafen und Aufwachen sorgfältiger als sonst. Wenn dir Träume begegnen, notiere dir diese. Erlebnisse im kommenden Jahr sollen mit den Träumen während der Zwölfnächte in Beziehung stehen.

Wichtige Fragen mit in die Nacht nehmen, auf dass der Morgen Antwort bringen möge

Der im Wortstamm “Rauhnacht” enthaltene Gedanke des Räucherns mag dazu anregen, mit einem Räucherritual die Atmosphäre zu reinigen. Die Auswahl an möglichen Räucherstoffen ist vielfältig, traditionell wurde aber gerne Salbei, Wacholder oder Fichtenharz verwendet. Es geht jedoch nicht nur um spirituelle Reinigung, auch der Großputz zu Weihnachten hat seine Bedeutung. Eine gängige Redensart sagt, man wolle oder solle “über etwas schlafen”. Gerade diese Zeit der besonders kurzen Tage bietet sich an, die wichtigen Fragen mit in die Nacht zu nehmen, auf dass dir der Morgen eine Antwort bringen möge.

Offen sein für neue Visionen und kosmische Botschaften

Das Jahr nähert sich seinem Abschluss. Es ist die Zeit für eine Bilanz. Überlege, was du zurücklassen möchtest. Auf geschäftlicher Ebene mag sich das darin äußern, dass man alle noch offenen Rechnungen bezahlt oder Inventur durchführt. Auch im persönlichen Erleben ist es ratsam, seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, beispielsweise indem man geliehene Dinge zurückgibt. Halte Rückschau und überlege, wem du im vergangenen Jahr begegnet bist oder wer dich besonders begleitet hat. Gab es einschneidende Ereignisse oder Wendepunkte in deinem Leben während des abgelaufenen Jahres? Und nicht zu vergessen die Neuorientierung! Lasse in dieser Zeit außerhalb der Zeit die Alltagsroutine los und sei offen für neue Visionen und kosmische Botschaften.

Seelische Konflikte klären, loslassen was nicht glücklich macht

Wie steht es mit deinen inneren Prozessen? Die Betriebsamkeit der Welt kommt in diesem Zeitraum zu einem relativen Stillstand, es bleibt uns mehr Zeit zur Besinnung. Gibt es seelische Vorgänge, die dich schon lange beschäftigen und die du klären solltest? Hältst du an etwas fest, das du loslassen solltest? Konntest du im alten Jahr wichtige Dinge zum Abschluss bringen?

Als Leitfaden für die Selbsterforschung bieten sich zum Beispiel die Themen der 12 astrologischen Häuser an:

1. Was ist typisch für mein Auftreten? Wie behaupte ich mich?

2. Was gibt mir Sicherheit? Was bedeutet Wohlstand für mich?

3. Was möchte ich mitteilen? Was möchte ich neues erforschen?

4. Wo bin ich verwurzelt? Wie erlebe ich meine Innenwelt?

5. Wie kann ich kreativ sein? Was bedeuten mir Spiel, Spaß und Erotik?

6. Was brauche ich für meine Gesundheit? Was bedeutet mir meine Arbeit?

7. Was wünsche ich mir von meinen Beziehungen? Was soll mir begegnen?

8. Welche Bereiche meines Lebens sind immer wieder Krisen ausgesetzt? Wo komme ich an meine Grenzen?

9. Wodurch erweitere ich meinen Horizont? Wo finde ich meinen Sinn des Lebens?

10. Welche Rolle möchte ich in der Gesellschaft spielen? Was ist mein Lebensziel?

11. Wo und wie arbeite ich mit anderen zusammen? Was macht mich unverwechselbar?

12. Wie steht es um meine Rückzugsmöglichkeiten und meinem Verhältnis dazu? Wie komme ich mit der transzendenten Welt in Kontakt?

Jeden dieser Lebensbereiche kannst du an jeweils einem Tag in dieser Zeit erforschen. Möglicherweise gibt es am jeweiligen Tag bestimmte Zeichen, die dir eine Botschaft zu den angesprochenen Lebensbereichen übermitteln möchten.

Doch nicht nur Rückzug ist ein Thema. Mit der Wintersonnenwende (21.12.) beginnt ein neuer Jahreszyklus. Das bedeutet mehr als nur Stille und Einkehr. Wir sollen auch nach vorn blicken. Diese Zeit gewährt uns einen besonders schnellen Zugang zu höheren geistigen Ebenen, es fällt uns leichter denn je, uns für eine spirituelle Sichtweise der Dinge zu öffnen. Es ist eine gute Phase für kreative Vorstellungskraft und Visionen. Je offener du dich deinen Fragen stellst, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du eine kosmische Antwort erhalten wirst.

In diesem Sinne wünsche ich besinnliche Weih- bzw. Rauhnächte

 

Literatur: Das Rätsel der Rauhnächte, Reinhard Stiehle

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